Reviews: Lucas Cejpek |
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Eine Schreibmanie, die einer
genauen Kontrolle unterliegt und das scheinbar lose Reden, welches ganz
gezielt das "Eigentliche" verdecken soll, sind die beiden Motoren im
vorliegenden Roman Lukas Cejpeks, welcher sich als Gesprächsbuch
ausweist. Inhaltlich geht es um einen
Beamten, der interne Informationen aus dem (österreichischen) (Innen-)Ministerium
an Meistbietende weiterleitet. Die Mechanismen des Geheimnisverrates
sind es auch, welche er, wiederum gegen Bezahlung, an eine Journalistin
weitergibt. Die privaten Vorlieben des Beamten
erfahren zunächst nur subtilste Andeutungen, etwa, daß er
Kunstsammler ist. Das "Dräuende" jedoch klingt während des
gesamten Buches an, ist unterschwellig spürbar: Der vorerst verlangsamte, schließlich
immer rascher stattfindende und lauter werdende Satzlauf beansprucht
eine eigenartige Dominanz für sich, der man sich als Leserin schwer
zu enziehen vermag. Kalkül und Stringenz fungieren hier als Qualitäten,
das Spiel mit Schreibgeschwindigkeiten. Stil und Inhalt spiegeln einander.
Irgendwann schlägt das Allgemeingesellschaftliche ins Private um: |
Reviewed by Petra Ganglbauer, 3 September 2001 |
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Lucas Cejpek kennen
wir als einen Autor, der die gelungene Verknüpfung aus präziser,
beinahe archivarischer Arbeit und poetischen, unerwarteten Kipp-Punkten
im Textlauf schafft. Fast alle seine Bücher sind so konzipiert.
Sachlich, trocken, beinahe wissenschaftlich zum einen, blumig, unverhohlen
zum anderen. Diese poetischen Schnappschüsse kommen unverhofft
und werden meist sparsam eingesetzt. |
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Reviewed by Petra Ganglbauer, 21 July 2003 |
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Lucas Cejpek offeriert literarische Maßarbeit in seinem neuesten Buch. Aus großer Genauigkeit und einem spezifischen Impetus setzt sich Dichte Zugfolge zusammen und ermöglicht so der täglichen Benutzerin der Wiener U-Bahnlinien einen erfrischenden Zugang zum Objekt der Auseinandersetzung. Der Autor durchquert
und unterwandert jegliche Monotonie. Die poetischen Einstellungen folgen
Stationen gleich aufeinander. Man könnte sie allerdings auch auf
die Abfolge der U-Bahnwaggons beziehen. Die Sprache, die
der Autor einsetzt, ist an manchen Stellen beinahe protokollarisch. Ein reizvolles, spannendes Buch, nach dessen Lektüre sich der Umgang mit dem Urbanen, Alltäglichen sicher entscheidend verändert. Ein alltagsästhetischer Beitrag! Ich habe das Buch in einem Zug gelesen! |
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Reviewed by Petra Ganglbauer, 16 October 2006 |
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Der vorliegende Band ist anlässlich des 101. Geburtstags von Samuel Beckett erschienen. Lucas Cejpek lud insgesamt 67 Autor/inn/en unterschiedlichster Provenienz ein, Minidramen zu, für oder nach Beckett bzw. auch unabhängig von ihm zu verfassen. Lucas Cejpek sei gedankt für dieses Buch. Aber auch dafür, dass er immer wieder für seine Projekte zeitgenössische Autorinnen und Autoren einlädt. Diesmal finden sich unter den zahlreichen Geladenen: Elfriede Czurda, Margret Kreidl, Dieter Sperl, Rosa Pock, Gerhard Rühm, Christian Steinbacher, Raymond Federmann oder Zsuzsanna Gahse. |
Reviewed by Petra Ganglbauer, 25 October 2007 |
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