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christian ide hintze: autoren als revolutionäre. edition
selene, wien, 2002.
Eine ebenso weitgefaßte
wie konzise komponierte Bestandsaufnahme aus Gesprächen mit Autorinnen
und Autoren unterschiedlicher Kulturräume enthält dieser
schon auf den ersten Blick empfehlenswerte Band.
Er fungiert als Zeit(en)dokument, als Analyseinstrument für Poesie,
Politik, Poetologie, für das Leben insgesamt.
Hintze, Mitbegründer und Leiter der Schule für Dichtung in
Wien, der, wie man weiß, den "4-dimensionalen Poesiebegriff"
vertritt, also eine Konstitution aus Schrift, Audio, Video und Infrastruktur,
hat auf Reisen und über Jahre Aufzeichnungen, Notizen gemacht und
Artikel zusammengetragen von und über dichterische(n) "Essenzgespräche(n)"
mit Gioconda Belli, Anne Waldman, Mircea Dinescu, Allen Ginsberg, Ed
Sanders, Henri Chopin und Anna Lecka und Ryszard Dreger.
In diesen Gesprächen geht es gleichermaßen um (dichterische)
Revolution, politische Systeme, poetische Strukturen und Traditionen,
das Weibliche, das Männliche, das Göttliche, Spiritualität
insgesamt, die Aufhebung der Bi-polarität, die Lehrbarkeit von
Literatur, das poetische Instrumentarium, um nur einiges im Anriß
zu nennen.
Eingangs schreibt Hintze von der "Polis der Poeten"
und ich denke, daß dieses Buch eine wertvolle Etappe darstellt,
hin zur "uneingeschränkten" Kommunikation mittels Sprache
(freilich nicht nur jener der Worte) und der damit verbundenen poetischen
und politischen Praxis überall.
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