Reviews: Gerhard Jaschke |
Adressat origineller wie originärer Einfälle (der Einfalls-Winkel ist steil!) sind Gerhard Jaschkes Gedichte, Sammel- und Umschlagplatz eines unfaßbar dichten und lauten Welt-Gesellschafts-Wortgemisches, hinter dem sich jedoch das wird spürbar ein fragiles, mitunter einsames lyrisches ICH verbirgt. Der opulente Vorhang aus lebendigem Sprachspiel: Alliterationen, Akronyme, Anagrammatisches etc., mit welchem dem überlauten Wirklichkeits-Pegel mittels quasi analogem Energieeinsatz begegnet wird, hebt sich dann und wann wie selbstverständlich, und hervor tritt eine leisere Stimme; jene der Selbstironie wie des Seismografischen. Auch wird da und dort ein durchaus romantischer Zugang zur Wirklichkeit erfahrbar, der jedoch, sobald er sich artikuliert, gleichsam zeitgleich mittels ironisierender Widerhäkchen korrigiert werden muß . Dieses Leben duldet keine Müdigkeit, weder beim Protagonisten, noch beim Lesenden. Wo sich Müdigkeit jedoch abzeichnet, wird ihr mit Selbstdisziplin und Humor einiges entgegengesetzt! Dieser rasende Lauf durch den Ereignisdschungel "täglich/ was täglich geschieht, geschieht uns täglich/... " (!) mutet wie ein Spiegel der innergesellchaftlichen Realität an. Das ICH läuft Gefahr, fortgerissen zu werden und muß infolgedessen seine Stimme erheben, verstärken. Treffsichere Zeitzeugen sind diese Gedichte, zum Teil bereits älteren Datums , eine gelungene Text-Sammlung dieses engagierten Autors, Herausgebers und Lehrenden, die, und das sei erwähnt, unter der Obhut des geschätzten Arno Schmidt steht. |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 25 May 2000 |
Bezeichnender ließe
sich dieser Band wohl nicht betiteln, schließt er doch an jene
Urknall-ähnlichen, eruptiven, mit viel Lust am Sprachspielerischen
versehenen Textkörper des Autors an, die wir seit Jahren mit viel
Neugier verfolgen und lesen. |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 23 August 2000 |
Nach wie vor. Vorher
oder nachher. Und: immer wieder. Diesmal als Kleinod in Schwarz-Weiß. |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 11 July 2002 |
Eine äußerst facettenreiche Zusammenschau der Arbeit Gerhard Jaschkes liegt wieder einmal vor. Eine Publikation, die jene literarischen, künstlerischen Bereiche akzentuiert, die Teil einer konsequenten jahrelangen Arbeit sind. In diesem Buch findet sich etwa Prosaarbeit, die gerade jene Verletzlichkeit mit leiser Stimme offen legt, die Menschsein beinhaltet: Texte über die Vergänglichkeit, über das Lebens- und Zeitgetriebe, Texte, die mir sehr nahe gegangen sind. Der Band versammelt aber auch Gedichte, die sprachspielerische, permutative oder auch onomatopoetische Kunstgriffe enthalten; Methoden, die zeigen, was Sprache als Regelwerk mit uns zu machen imstande ist. Scherenschnitte, Collagen, Zeichnungen finden sich da, sehr Persönliches mithin; es kommt einem so nahe, dass man den Dichter beinahe atmen hört, es ist, als begleite man ihn während der Lektüre physisch. In sofern ist dieses Buch ein authentisches Zeugnis, aus dem Leben gegriffen, aus dem enormen Fundus seiner Work in Progress. |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 17 October 2007 |
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